Immobilie verkaufen wegen Auswanderung

Warum dein Haus in Deutschland zum teuersten Klotz am Bein werden kann

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Du willst auswandern, Deutschland hinter dir lassen und in einem anderen Land neu anfangen? Dann stellt sich früher oder später eine unbequeme Frage: Was passiert mit deiner Immobilie?

Viele Eigentümer halten ihr Haus oder ihre Wohnung zunächst für ein beruhigendes Sicherheitsnetz. Schließlich könnte die Auswanderung scheitern. Vielleicht möchte man irgendwann zurückkehren. Und Immobilien gelten doch als sichere Wertanlage.

Doch genau dieses vermeintliche Sicherheitsnetz kann dich jahrelang an Deutschland binden. Reparaturen, Mietprobleme, Versicherungen, Steuern und Verwaltungsaufwand verschwinden nicht, nur weil du einige Tausend Kilometer entfernt lebst.

Auswandern und Immobilie in Deutschland behalten: Sicherheit oder teure Illusion?

Der Gedanke klingt zunächst vernünftig: Du behältst dein Haus oder deine Wohnung für den Fall, dass du zurückkommst. Vielleicht vermietest du das Objekt und erhältst dadurch jeden Monat zusätzliche Einnahmen.

In der Praxis wird dabei häufig unterschätzt, wie wenig „passiv“ eine Immobilie tatsächlich ist. Auch nach deiner Auswanderung musst du dich unter anderem kümmern um:

  • Reparaturen und Instandhaltung
  • Kommunikation mit Mietern
  • Nebenkostenabrechnungen
  • Versicherungen und Grundsteuer
  • Eigentümerversammlungen bei einer Wohnung
  • mögliche Mietausfälle oder Schäden, Handwerkertermine und Modernisierungen
  • Steuererklärungen in Deutschland

Natürlich kannst du eine Hausverwaltung beauftragen. Diese arbeitet jedoch nicht kostenlos und nimmt dir auch nicht jede Entscheidung ab. Bei größeren Schäden, schwierigen Mietverhältnissen oder ungeplanten Investitionen bleibst du Eigentümer – und damit verantwortlich.

Unbedingt beachten: welche steuerliche Auswirkungen hat deine Immobilie in Deutschland?

Vermietest du deine deutsche Immobilie auch nach der Auswanderung, bleiben die daraus erzielten Einkünfte grundsätzlich in Deutschland steuerpflichtig. Ohne deutschen Wohnsitz bist du damit in der Regel beschränkt einkommensteuerpflichtig und musst weiterhin jährlich eine deutsche Einkommensteuererklärung abgeben.

Erfolgt der Verkauf einer Immobilie innerhalb der steuerlichen Zehnjahresfrist und greift keine Ausnahme für eine vorherige Eigennutzung, ist der Veräußerungsgewinn auch nach Auswanderung weiterhin in Deutschland steuerpflichtig.

Eine Immobilie als Rückfahrkarte nach Deutschland?

Hinter dem Wunsch, das eigene Haus zu behalten, steckt häufig weniger eine wirtschaftliche Strategie als die Angst vor einer endgültigen Entscheidung. Was ist, wenn es im Ausland nicht funktioniert? Was ist, wenn du Deutschland plötzlich vermisst? Was ist, wenn du später zurückkehren möchtest?

Diese Fragen sind verständlich. Trotzdem sollte eine Immobilie nicht aus Angst behalten werden. Ein Haus ist kein kostenlos reservierter Rückflug. Es kostet Geld, Zeit und Aufmerksamkeit – selbst wenn es leer steht.

Hinzu kommt ein steuerliches Detail, das viele Auswanderer übersehen: Eine bloße Abmeldung in Deutschland beendet nicht automatisch in jedem Fall den steuerlichen Wohnsitz. Wer hier weiterhin eine nutzbare Wohnung bereithält, kann vom deutschen Finanzamt weiterhin als unbegrenzt steuerpflichtig in Deutschland eingestuft werden!

Wer seine Immobilie dagegen langfristig vermietet oder nachweisbar zum Verkauf anbietet und nur noch zur Vermögensverwaltung besitzt, kann anders beurteilt werden. Diese Fragen sollten vor dem Wegzug mit einem auf internationales Steuerrecht spezialisierten Steuerberater geklärt werden.

Abgemeldet heißt nicht automatisch steuerlich weg!

Hast du in Deutschland eine für dich nutzbare Immobilie (nicht vermietet), kann das Finanzamt trotz Auswanderung von einem deutschen Wohnsitz ausgehen. Du bist damit weiterhin voll steuerpflichtig in Deutschland. Entscheidend ist nicht nur deine Abmeldung, sondern wie du die Immobilie tatsächlich nutzt.

Was machen mit der Immobilie bei Auswanderung?

Verkaufen, vermieten oder leer stehen lassen?

Grundsätzlich hast du bei einer Auswanderung drei Möglichkeiten.:

Diese Fragen solltest du dir ehrlich beantworten!

Bevor du dich entscheidest, solltest du nicht nur auf den möglichen Wertzuwachs schauen. Frage dich:

  • Ist meine Auswanderung dauerhaft geplant oder zunächst zeitlich begrenzt?
  • Würde ich bei einer Rückkehr tatsächlich wieder in diese Immobilie ziehen?
  • Wie hoch ist die realistische Nettorendite bei einer Vermietung?
  • Wer kümmert sich zuverlässig um das Objekt?
  • Kann ich unerwartete Reparaturen auch aus dem Ausland finanzieren?
  • Benötige ich den Verkaufserlös für meinen Neustart?
  • Möchte ich weiterhin steuerliche und wirtschaftliche Verpflichtungen in Deutschland haben?
  • Behalte ich das Objekt aus wirtschaftlichen Gründen – oder aus Angst vor dem Loslassen?

Die letzte Frage ist oft die wichtigste.

Immobilie verkaufen zum richtigen Zeitpunkt

Immobilie erst nach der Auswanderung verkaufen?

Ein Verkauf aus dem Ausland ist grundsätzlich möglich. Einfacher wird er dadurch allerdings nicht. Du brauchst eine zuverlässige Person vor Ort, die beispielsweise:

  • Zugang zur Immobilie ermöglicht
  • Unterlagen entgegennimmt
  • Besichtigungen begleitet
  • die Übergabe organisiert

Auch der Notartermin muss geregelt werden. Bei einem längeren Auslandsaufenthalt kann eine Vertretung durch eine bevollmächtigte Vertrauensperson möglich sein. Im Grundstücksbereich genügt eine einfache schriftliche Vollmacht jedoch regelmäßig nicht; häufig ist eine notarielle Vollmacht erforderlich. Alternativ kann in bestimmten Fällen eine nachträgliche notarielle Genehmigung erfolgen. Beides verursacht zusätzlichen Abstimmungsaufwand und kann weitere Kosten auslösen.

Die häufigsten Fehler beim Immobilienverkauf wegen Auswanderung

1. Zu spät mit dem Verkauf beginnen

Drei Monate vor der Ausreise gleichzeitig Visa, Umzug, Versicherungen und einen Hausverkauf zu organisieren, ist keine sinnvolle Strategie. Es ist vermeidbarer Stress. Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung, selbst wenn der genaue Ausreisetermin noch nicht feststeht.

2. Einen Fantasiepreis verlangen

Die Immobilie hat für dich vielleicht einen hohen emotionalen Wert. Käufer bezahlen jedoch nicht für deine Erinnerungen, deine Renovierungsarbeit oder deine Auswanderungspläne. Ein überhöhter Angebotspreis führt häufig dazu, dass das Objekt lange am Markt bleibt. Später notwendige Preisreduzierungen können bei Interessenten den Eindruck erwecken, mit der Immobilie stimme etwas nicht.

3. Die Immobilie als schnelle Geldquelle einplanen

Zwischen dem ersten Inserat und der tatsächlichen Kaufpreiszahlung können mehrere Monate liegen. Plane deinen Neustart deshalb nicht mit Geld, das noch nicht auf deinem Konto ist.

4. Ohne vollständige Unterlagen starten

Fehlende Grundrisse, Wohnflächenberechnungen, Energieausweise oder Nachweise über Modernisierungen verzögern den Verkauf und schwächen deine Position gegenüber Käufern.

5. Aus Angst vor Maklerkosten unter Wert verkaufen

Ein privater Verkauf kann viel Geld sparen. Das bedeutet jedoch nicht, dass du auf eine professionelle Vorbereitung verzichten solltest. Wer ohne Strategie inseriert, jede Anfrage akzeptiert und beim ersten niedrigen Angebot nervös wird, spart möglicherweise die Maklerprovision – verschenkt aber beim Verkaufspreis ein Vielfaches davon.

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Häufige Fragen und Antworten

Sollte ich meine Immobilie vor der Auswanderung verkaufen?

Das hängt von deiner finanziellen Situation, der geplanten Dauer des Auslandsaufenthalts und der Rentabilität der Immobilie ab. Ein Verkauf kann sinnvoll sein, wenn du den Erlös für deinen Neustart benötigst oder keine dauerhaften Verpflichtungen in Deutschland behalten möchtest.

Ja. Du kannst sie vermieten, selbst nutzen oder leer stehen lassen. Du solltest jedoch Verwaltung, laufende Kosten, steuerliche Folgen und mögliche Auswirkungen einer weiterhin verfügbaren Wohnung auf deine steuerliche Situation prüfen lassen.

Möglicherweise. Einkünfte aus einer in Deutschland gelegenen Immobilie können auch nach dem Wegzug weiterhin der deutschen Besteuerung unterliegen. Dazu können Mieteinnahmen und unter bestimmten Voraussetzungen auch Gewinne aus einem späteren Verkauf gehören.

Die Auswanderung selbst löst keine Spekulationssteuer aus. Relevant sind vor allem der Zeitraum zwischen Kauf und Verkauf sowie die Nutzung der Immobilie. Bei einem Verkauf innerhalb von zehn Jahren kann der Gewinn steuerpflichtig sein, sofern keine Ausnahme für selbstgenutztes Wohneigentum greift.

Ein Verkauf vor dem Auszug ist organisatorisch meist einfacher. Außerdem kann der Zeitpunkt des Auszugs für die steuerliche Behandlung relevant sein. Vor einer Vermietung oder einem längeren Leerstand sollte deshalb geprüft werden, ob ein früherer Verkauf vorteilhafter wäre.

Ja. Der Verkauf kann über eine entsprechend bevollmächtigte Person oder in bestimmten Fällen über eine nachträgliche notarielle Genehmigung abgewickelt werden. Dafür sind jedoch besondere formale Anforderungen zu beachten.

Grundsätzlich ja. Die noch offene Darlehenssumme wird üblicherweise aus dem Verkaufserlös abgelöst. Je nach Kreditvertrag kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Kläre die genaue Ablösesumme frühzeitig mit deiner Bank.

Eine Vermietung kann sich lohnen, wenn nach allen Kosten eine attraktive Rendite verbleibt und eine zuverlässige Verwaltung gesichert ist. Wird die Immobilie dagegen nur aus Unsicherheit behalten, kann sie den Neustart im Ausland finanziell und organisatorisch belasten.

Idealerweise beginnst du mehrere Monate vor deiner geplanten Ausreise. So hast du genügend Zeit für Unterlagen, Preisermittlung, Vermarktung, Besichtigungen, Verhandlungen und die notarielle Abwicklung.

Ja. Mit guter Vorbereitung kannst du den Verkaufsprozess selbst übernehmen und die Maklerprovision sparen. Wichtig sind insbesondere eine realistische Bewertung, vollständige Unterlagen, ein professionelles Exposé und eine strukturierte Auswahl der Interessenten.

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Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Rechtsberatung dar und sollen keine rechtlichen Fragen oder Probleme behandeln, die im individuellen Fall auftreten können. Wenn Sie (steuer)rechtlichen Rat für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Anwalt oder Steuerberater einholen.